Blixwerk

Verlange ich als Freelancer zu wenig? Ein Anruf, der hängen bleibt

2026-10-12

Dienstag, 10:42 Uhr. Du sitzt im Auto auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt, den Einkaufszettel auf dem Beifahrersitz, das Handy am Ohr. Am anderen Ende ein neuer Kunde aus Düsseldorf. Nett, zügig, offensichtlich jemand, der viel Arbeit hat und wenig Zeit.

„Und was würde das Ganze ungefähr kosten?“, fragt er.

Du hattest dir eine Zahl zurechtgelegt. Gestern, unter der Dusche. Doch jetzt, mit dem Kunden in der Leitung, hörst du dich sagen: „Ähm, ich würde sagen, 50 Euro die Stunde. Vielleicht auch ein bisschen weniger, je nachdem.“

Es gibt eine winzige Pause. Dann sagt er: „Ach, so günstig? Super, das passt.“

Du lächelst, obwohl er es nicht sieht. Und gleichzeitig zieht sich in deinem Magen etwas zusammen.

Das „Super“, das zu schnell kam

Nach dem Telefonat bleibst du noch einen Moment sitzen. Der Motor ist aus, auf der Windschutzscheibe sammeln sich ein paar Regentropfen.

„Passt“ ist ein schönes Wort. Aber es kam zu schnell. Du kennst diese Sekunde, in der du merkst: Vielleicht hätte er auch mehr gesagt. Vielleicht hätte er gar nicht gezuckt.

Und dann beginnt der Kopf, wie immer, mit seiner Buchhaltung. Du weißt nicht genau, was am Ende eines Monats wirklich bei dir ankommt. Du weißt nur, dass da noch Versicherungen sind, die Krankenkasse, die Steuer, der Urlaub, der nie ganz bezahlt ist, und die Stunden, die du nie aufschreibst, weil sie „halt dazugehören“: E-Mails, Angebote, das Hin und Her vor dem eigentlichen Auftrag.

Die Zahl, die du genannt hast, war kein Ergebnis. Sie war ein Gefühl. Und zwar das Gefühl, bloß nicht zu teuer wirken zu wollen.

Die leisen Kosten

Das Merkwürdige ist: Niemand redet darüber. Auf Netzwerktreffen sprechen alle über Aufträge, über Tools, über „spannende Projekte“. Selten sagt jemand: „Ich habe gestern einen Preis genannt und mich danach unwohl gefühlt.“

Dabei kostet genau dieses Unwohlsein etwas.

Es kostet dich Abende, an denen du nachrechnest und nicht zu Ende rechnest, weil du das Ergebnis ahnst. Es kostet dich ein bisschen Schlaf am Sonntag, wenn die Woche voll ist und trotzdem irgendwie nicht genug dabei herauskommt. Es kostet dich Gelassenheit im Gespräch, weil du schon beim Nennen des Preises innerlich Entschuldigungen vorformulierst.

Und es färbt auf die Arbeit ab. Wer sich selbst klein rechnet, ärgert sich schneller über den dritten Korrekturwunsch. Man ist freundlich, aber ein bisschen verbissen. Das merken Kunden meistens sehr genau, auch wenn sie nichts sagen.

Der Einkaufswagen und der Gedanke

Drinnen im Supermarkt stehst du an der Kasse. Vor dir ein Mann mit genau einer Gurke und drei Tüten Haferflocken. Du schaust auf den Preis der Kaffeebohnen, die du nimmst, ohne zu zögern, und denkst plötzlich: Merkwürdig. Für eine Packung Kaffee gibt es einen klaren Preis. Er steht da. Niemand fragt, ob er „vielleicht auch ein bisschen weniger“ sein darf.

Warum hast du für deine eigene Arbeit dann kein Schild, keine Zahl, die einfach da ist?

An diesem Moment, mit der Gurke vor dir und den Haferflocken, kippt etwas. Nicht dramatisch. Eher leise. Der Gedanke ist schlicht: Das muss nicht so sein. Dein Preis darf aus etwas bestehen, das du kennst, nicht aus etwas, das du in dem Moment spürst, in dem jemand „Und was kostet das?“ fragt.

Du musst dafür kein anderer Mensch werden. Du brauchst nur einmal eine ehrliche, ruhige Grundlage: was du im Monat tatsächlich brauchst, wie viele Stunden wirklich bezahlt werden und was daraus für dich folgt. Ein überschaubarer Überblick statt eines Bauchgrummelns.

Ein ganz normaler Montag, später

Stell dir vor, es ist ein paar Wochen später. Montag, 9:15 Uhr. Kaffee neben der Tastatur, draußen klappert jemand mit Mülltonnen.

Das Telefon klingt. Eine Anfrage, ein neues Projekt, ein Kunde, den du noch nicht kennst. „Was würde das kosten?“

Du atmest nicht anders als sonst. Du nennst deine Zahl. Ohne „vielleicht“, ohne „ungefähr“, ohne den kleinen Rabatt, der dir schon im Mund liegt. Es ist nicht arrogant, es ist einfach ruhig. Und selbst wenn am anderen Ende kurz Stille ist: Du hältst sie aus. Denn du weißt, woher die Zahl kommt.

Vielleicht sagt der Kunde ja. Vielleicht sagt er: „Da muss ich nochmal draufschauen.“ Beides ist in Ordnung. Zum ersten Mal fühlt sich ein „Nein“ nicht wie ein Urteil über dich an, sondern wie eine Information.

Später am Tag schreibst du die Rechnung. Sie sieht ordentlich aus, die Summe stimmt, das Zahlungsziel steht klar da. Kein Herumdrucksen, keine Mail mit dem Satz „Ich wollte nur kurz fragen, ob …“. Am Nachmittag kommt der Gedanke an den nächsten Steuerberater-Termin, und er hat etwas von seiner Schwere verloren. Du hast Zahlen, über die du sprechen kannst, ohne dich vorher zu rechtfertigen.

Und am Abend sitzt du nicht mit einem halben Kopf am Tisch. Du isst, du räumst ab, du schaltest den Laptop wirklich aus.

Wenn du dich wiedererkannt hast

Vielleicht ist das alles bei dir nicht so dramatisch. Vielleicht ist es nur dieses kleine Ziehen nach einem Telefonat. Aber dieses Ziehen ist oft ein guter Hinweis, genauer hinzuschauen.

Für genau diesen Moment haben wir bei blixwerk eine kleine Arbeitsmappe gebaut: den Free Freelancer Rate Calculator + Invoice Template. Eine Excel-Datei, mit der du dir einen Mindest-Stunden- und Tagessatz anschaust und danach eine saubere, druckbare Rechnung mit automatischen Summen, Steuerzeile und Fälligkeitsdatum schreibst. Sie ist kostenlos, die Vorlage selbst ist auf Englisch, lässt sich aber ohne Weiteres anpassen.

Es ist kein Versprechen und keine Beratung, was du berechnen solltest. Das bleibt deine Entscheidung (und im Zweifel ein Gespräch mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater). Es ist nur ein Ort, an dem deine Zahlen einmal ruhig nebeneinanderliegen.

Wenn du magst, wirf einen Blick darauf:

Free Freelancer Rate Calculator + Invoice Template ansehen

Und beim nächsten Anruf, wenn jemand fragt, was es kostet, darfst du dir ruhig einen Atemzug Zeit lassen.

Eine beispielhafte Geschichte, geschrieben mit KI-Unterstützung.

Kommt dir bekannt vor? Know Your Rate – Free Freelance Rate Calculator + Invoice Template (Excel) – Find your minimum hourly and day rate, then send a clean printable invoice. Excel workbook with auto totals, tax line and due date.

Ansehen